Keith McMillen QuNeo Controller

Mit dem QuNeo präsentiert Keith McMillen einen hochinteressanten und innovativ zu steuernden Controller für DJs und digitale Produzenten. Die offizielle Produktvorstellung wird für die NAMM Show 2012 in Anaheim erwartet.

Die Produkte von Keith McMillen sind in Deutschland noch nicht weitläufig bekannt und werden eher als Geheimtipp gehandelt. Ein schon erhältliches Produkt ist beispielsweise der 12 Step, ein innovativer MIDI Foot Controller für eine einfachere Live Performance. Und auch das neueste Produkt, der Keith McMillen QuNeo wirkt äußerst interessant und ist mehr als nur einen Blick wert. Mit dem QuNeo möchten die Amerikaner ein neues Kapitel in der noch recht jungen Controller-Historie eröffnen. Das klingt nicht gerade tief gestapelt, doch wollen wir uns den Controller mal anschauen.

Das Konzep des QuNeo

Während viele bekannte Controller Hersteller mittlerweile so genannte Controller-Apps für das iPad herstellen, geht Keith McMillen den “alten” Weg, jedoch mit einem modernen Ansatz. Die Größe eines iPads ist nahezu perfekt für mobile DJs, Live-Sets und auch kleinere Projektstudios, so dass viele Produzenten mittlerweile einen Teil ihrer MIDI Controller durch entsprechende Apps ersetzt haben. Der Nachteil des Ganzen war eigentlich nur, dass man zur App halt noch ein iPad benötigt hat. Der Keith McMillen QuNeo ist eine neue Art von Pad-Controller für Elektronik-Musiker, DJs, VJs und DIY-Hacker. Er benötigt weder ein iPad noch eine App, wartet aber fast mit den gleichen Abmessungen eines iPads auf, bleibt dabei aber ein (annährende) normaler MIDI Controller. Laut Hersteller-Informationen bietet der QuNeo die Funktionalität herkömmlicher Pad-Controller, soll aber bei der Berührungs-Empfindlichkeit noch einen Schritt weiter gehen.

Keith McMillen QuNeo

Die Ausstattung des QuNeo

Der QueNeo besitzt insgesamt 27 Pads, Schieberegler und Drehsensoren, welche alle sowohl anschlagdynamisch als auch druckempfindlich sind. Sie registrieren genau die Stelle, wo die Berührung stattfindet. Diese Technik ist sogar so verfeinert, dass selbst die 17 Schalter auf die Intensität des Druckes reagieren sollen. Für den schnellen Überblick sorgt die recht interessante, aber durchdachte Beleuchtung der Pads und Slider. Die elastomerische Fläche mit 251 Multi-Color-LEDs ermöglicht ein sehr gut ablesbares, visuelles Feedback, das nicht nur sofort reagiert, sondern auch äußerst informativ sein soll. Keith McMillen beschreibt es etwas romantischer. Das würde dann in etwa so klingen: “Mensch und Maschine sind durch Licht, Gefühl und Klang miteinander verbunden – noch nie waren sie sich so nahe!”. Hat was, zumindest in der geistigen Vorstellung von uns Musikern. Die 16 quadratischen Pads haben 127 Velocity-Level, X/Y-Positionierung und sind druckempfindlich. Zwei Drehsensoren ermöglichen alle denkbaren Bewegungen von Triggern, Stretchen, Scheuern und Klemmen, damit die Sounds, Samples und Phrasen bearbeitet werden können. Auch Controllerdaten sollen damit manipuliert werden können. Jeder Sensor misst den Druck, sowie Winkel und Entfernung vom Center.

Dieses Video von KeithMcMillen gibt einen guten Eindruck über die Funktionen des QuNeo und weckt Vorfreude auf die Auslieferung:

Die neun berührungsempfindliche Schieberegler des Keith McMillen QuNeo können auf Fader und Effektparameter geroutet werden. Die LEDs in den Reglern reagieren als VU-Meter und zeigen den letzten Stand an. Eine Multi-Touch-Funktion erlaubt das Setzen von Panorama-Positionen oder Ähnlichem mit Hilfe von zwei Fingern. Einfaches Tappen kann einen Kanal muten oder zwischen zwei Funktionen umschalten. Die Schalter sind gruppiert, um Samples, Faderbänke und Transportfunktionen auszuwählen. Jeder Schalter kann durch Files scrollen, wobei die Geschwindigkeit druckabhängig ist. Damit kommt man äußerst schnell an das gesuchte Sample, Fill oder den passenden Loop. Der Hersteller hat bei der Entwicklung des Designs wirklich mitgedacht. So hat der QuNeo genau die Größe eines iPads und passt damit hervorragend in entsprechendes Zubehör, wie das iKlip von IK Multimedia oder die iPad Halter von König und Meyer. QuNeo wird via USB, MIDI oder OSC mit dem Rechner verbunden und soll laut Hersteller auf Anhieb mit jeder gängigen Musiksoftware arbeiten. Wem das alles nicht ausreicht, der kann sich mit Hilfe eines Development-Kits seinen eigenen Code für die Sensor-Daten des QuNeo erstellen. Damit werden Anwendungen möglich, von denen man bisher nur geträumt hat.

Verfügbarkeit und Preis

Laut ersten Informationen wird der Keith McMillen QuNeo im Frühjahr 2012 auf den Markt kommen. Die offizielle Produktvorstellung wird wohl auf der NAMM Show in Anaheim im Januar 2012 stattfinden. Der Verkaufspreis wird sich ersten Angaben zu folge wahrscheinlich bei 200 Euro einpegeln. Weitere Informationen findet ihr hier.

Lars Über Lars

Lars ist Gründer und Chefredakteur von Acoustic Style. Er ist leidenschaftlicher Blues-Rock Gitarrist und betreibt ein kleines Projektstudio. Seine Erfahrungen im Studiobreich sowie in seiner langjährigen Tätigkeit im Musikhandel lässt er in seine Testberichte, Tutorials und Features einfließen.

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