Universal Audio Apollo Audio Interface mit UAD-Processing

Auf der NAMM Show 2012 stellt der amerikanische Pro Audio Spezialist Universal Audio mit dem Apollo sein erstes Audio Interface mit direkter Mac und PC Anbindung sowie integrierter UAD Karte vor. Das Universal Audio Apollo wird es in zwei Ausführungen geben, die wahrscheinlich noch im ersten Quartal 2012 ausgeliefert werden.

Mit dem Universal Audio Apollo kombiniert der amerikanische Hardware-Spezialist seine langjährige Erfahrung im Bau analoger Pro Audio Hardware mit dem Know How seiner schon längst etablierten UAD-2 Powered Plug-In Technologie. Das Universal Audio Apollo versteht sich selbst als hochauflösendes Computer-Audio-Interface, welches die analoge Wärme direkt in die digitale Domäne moderner Studios transportiert. Doch schauen wir uns neben aller Philosophie und Entwickler-Intentionen erst einmal die handfesten Fakten an. Das Apollo ist ein Audio Interface mit integrierter UAD-2 Karte. Daher gibt es auch zwei Versionen des Apollo, die sich lediglich in der Größe der UAD-Karte unterscheiden. Das Apollo DUO hat entsprechend eine UAD-2 DUO Core integriert, das Apollo QUAD folgerichtig eine UAD-2 QUAD Core.

Universal Audio Apollo mit Apple MacBook

Anschlussfreudiges Audio Interface

Wer hätte gedacht, dass das erste Thunderbolt Audio Interface ausgerechnet von Universal Audio kommt? Aber schön zu wissen, dass die ersten Hersteller diese zukunftsweisende Schnittstelle nun endlich in Angriff nehmen. Wer noch keinen Mac mit Thunderboldt-Technologie besitzt, muss aber auf das Apollo Interface nicht verzichten, da es auch über eine Firewire-Schnittstelle verfügt. Vorweg: Ab Sommer sollen auch Treiber für Windows 7 erhältlich sein. Insgesamt bietet das Apollo 18 Ein- und 24 Ausgänge, die wir im Einzelnen nun auseinander nehmen. Analog stehen acht Eingänge zur Verfügung. Diese liegen alle als symmetrische 6,3mm Klinkenbuchsen vor. Die Eingänge eins bis vier liegen alternativ auch als Mikrofonvorverstärker mit XLR-Stecker vor. Auf der Front finden sich ebenfalls zwei Eingänge, die auf Eingang eins und zwei laufen. Das finde ich etwas ungeschickt, da man somit schwer die vier Mikrofone parallel mit den Hi-Z-Eingängen betreiben kann. Aber nun gut, mir fällt auf Anhieb kein Hersteller ein, der es anders macht. Jetzt fehlen noch zehn Eingänge, da ich ja anfangs von 18 gesprochen habe und erst zehn entdeckt habe. Erwartungsgemäß liegen die noch fehlenden Eingänge im digitalen Format vor. Acht Eingänge werden über eine klassische ADAT-Schnittstelle bereitgestellt, die letzten beiden via S/PDIF. Schön ist die SMUX Funktion, die es erlaubt, die ADAT Signale mit einer höheren Sampling Rate aufzunehmen. Ausgänge gibt es auch. Analog haben wir 14 Ausgänge, die in meinen Augen äußerst geschickt verteilt wurden. Obligatorisch sind die acht analogen, symmetrischen Line-Ausgänge. Weiterhin finden sich zwei digital gesteuerte analoge Monitor-Ausgänge und zwei fest zugeordnete Stereo-Kopfhöreranschlüsse. Die weiteren Ausgänge liegen selbstredend digital vor, achtmal im ADAT-Format und zweimal als S/PDIF. Abschließend möchte ich noch den Wordclock Ein- und Ausgang erwähnt wissen.

Universal Audio Apollo Vorderseite

Thunderbolt und Firewire 800

Gut, damit hätten wir schon einmal in Erfahrung gebracht, was alles angeschlossen werden kann. Die Verbindung zum Rechner erfolgt nun wahlweise mittels Thunderbolt oder Firewire 800. Wer jetzt auf den Bildern den Thunderbolt Anschluss sucht, wird leider nur eine entsprechend beschriftete Einbauplatte finden, die eben diesen Anschluss als optional kennzeichnet. Das macht sicherlich Sinn, da noch Firewire verbreiteter ist und der Thunderbolt Anschluss den Verkaufspreis eventuell stark nach oben getrieben hätte. Daher wird Universal Audio eine entsprechend vom Anwender nachrüstbare Thunderbolt I/O-Karte anbieten. Laut Hersteller liefert Thunderbolt gegenüber Firewire eine geringere Latenz sowie eine verbesserte Leistung. Zudem ermöglicht die größere Bandbreite eine höhere Zahl gleichzeitig nutzbarer UAD Plug-In Instanzen.

„Thunderbolt macht eine ganz neue Klasse von Produkten für die Erweiterung der Workflows und der Kreativität in der Musikproduktion möglich“, erläutert Jason Ziller, Direktor für Marketing und Planung der Thunderbolt-Technologie bei der Intel Corporation. „Produkte wie das Universal Audio Apollo setzen auf Thunderbolt, um die Welt von Musikproduzenten grundlegend auf den Kopf zu stellen.“

Das Universal Audio Apollo wandelt die analogen Audiosignale mit einer 24-Bit/192 kHz hohen Klangqualität und wird damit allen Ansprüchen der modernen Musikproduktion wohl gerecht. Das Design wirkt extrem robust und sieht trotz aller digitalen Schnittstellen stark nach Universal Audio aus. Laut eigener Aussage sollen die verwendeten Wandler in der Spitzenklasse mitspielen und den höchsten Dynamikbereich ihrer Klasse haben. Dass die Wandler in der Spitzenklasse mitspielen, nehme ich auch an, aber ob diese die weiteren Lobeshymnen verdienen, möchte das Apollo bitte erst beweisen. Ich würde mich persönlich freuen, wenn’s stimmt. Dank Core Audio (und ab Sommer dann auch ASIO) Treiber, ist das Universal Audio Apollo mit jedem gängigen Sequenzer Programm kompatibel.

Universal Audio Apollo Rückseite

Das Apollo High Resolution Audio Interface setzt sich stark von bisherigen Audio Interfaces ab, was nicht nur an der Thunderbolt-Konnektivität liegt, sondern auch an der Einbindung der UAD-2 Prozessoren. Die UAD-2 Plug-Ins können in der eigens für das Apollo entwickelten Console Software geladen werden. Die Berechnung der Plug-Ins nimmt dabei keine Ressourcen des Rechners in Anspruch, sondern greift ausschließlich auf die DSP-Chips im Apollo zurück. Auf den ersten Screenshots erkennt man dazu einen sehr analog anmutenden Sofwtare-Mixer mit den einzelnen Kanalzügen und entsprechenden Inserts. Zum Umfang der Console Software gehört auch das Console Recall Plug-In, welches eine Steuerung und Recall aller Interface- und Plug-In-Einstellungen ermöglicht. Universal Audio spricht dabei von Latenzzeiten um die 2ms, was wohl jedem Musiker und Tontechniker erfreuen wird.

UAD Audio-Processing integriert

Der Hauptunterschied zwischen dem Apollo und ähnlichen Audio Interfaces (ich denke jetzt an RME, Apogee und Metric Halo) liegt in jedem Fall in der UAD-2 Integration. Die interne Signalverarbeitung ermöglicht das Aufnehmen durch die UAD-2 Powered Plug-Ins und das bei der schon angesprochenen Latenz von 2ms. Tontechniker erhalten dadurch die Möglichkeit, Audiomaterial unter Einsatz einer großen Bandbreite von UAD-2 Plug-Ins abzuhören, vorzuspielen und zu veröffentlichen. Die internen UAD-2 Prozessoren stehen außerdem für das Mischen und Mastern zur Verfügung und entlasten damit die CPU des Host-Computers zugunsten anderer Mischprozesse und des Einsatzes zusätzlicher virtueller Instrumente.

„Apollo bildet die Krönung von 10 Jahren in der Entwicklung analoger und digitaler Audiotechnik bei Universal Audio“, erklärt Universal Audio Gründer Bill Putnam Jr. „Es hat die analogen und digitalen Bereiche unseres Unternehmens in vielfältiger Weise zusammengeführt. Mit Apollo vereinen wir den Sound, das Gefühl und den Workflow klassischer Analog-Aufnahmen mit den Annehmlichkeiten moderner Digitaltechnik, darunter Thunderbolt-Technologie der nächsten Generation.“

Auf der NAMM Show präsentiert Universal Audio zunächst zwei Versionen des Apollo Audio Interfaces. So wird noch im Frühjhar 2012 eine DUO CORE und eine QUAD CORE Version (mit zwei bzw. vier SHARC-Prozessoren von Analog Devices) erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt 2.441 Euro für die DUO Version bzw. 3.051 Euro für die QUAD Version. Die optionale Thunderbolt-Karte soll in der ersten Jahreshälfte 2012 ausgeliefert werden.

Universal Audio Apollo High Resolution Audio Interface

Die Features des Universal Audio Apollo im Überblick:

  • Hersteller: Universal Audio
  • Produkt: Apollo DUO Core, Apollo QUAD Core
  • Typ: High-Resolution Audio Interface
  • Audio Interface mit Firewire/Thunderbolt-Schnittstelle
  • 18 x 24 Kanäle I/O
  • UAD Echtzeit-Processing für Aufnahme und Mix mit den UAD Powered Plug-Ins bei weniger als 2ms
  • 4 digital gesteuerte analoge Mikrofonvorverstärker
  • 2 frontseitige DI-Eingänge
  • 8 analoge, symmetrische Line-Eingänge
  • 8 analoge, symmetrische Line-Ausgänge
  • 2 digital gesteuerte analoge Monitor-Ausgänge
  • 2 fest zugeordnete Stereo-Kopfhörerausgänge
  • 8 digitale ADAT-Ein- und Ausgänge
  • 2 digitale S/PDIF Ein-und Ausgänge
  • Wordclock Ein- und Ausgang
  • 2 Firewire 800 Anschlüsse (kaskadierbar)
  • Optionale Thunderbolt I/O-Karte
  • Inklusive “Analog Classics” Plug-In Bundle bestehend aus 1176LN, 1176SE, LA-2A, Pultec EQP-1A, Realverb Pro und CS-1
  • DSP-Beschleunigung mit 2 (DUO CORE) bzw. 4 (QUAD CORE) Prozessoren
  • Console Software und Console Recall Plug-In (VST/RTAS/AU) erlaubt sofortigen Recall ganzer Sessions
Lars Über Lars

Lars ist Gründer und Chefredakteur von Acoustic Style. Er ist leidenschaftlicher Blues-Rock Gitarrist und betreibt ein kleines Projektstudio. Seine Erfahrungen im Studiobreich sowie in seiner langjährigen Tätigkeit im Musikhandel lässt er in seine Testberichte, Tutorials und Features einfließen.

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